• Angela Gehrig-Weuste

Aktualisiert: 4. Jan.


Die Anzahl der homöopathischen Mittel hat in den letzten Jahren durch neue Arzneimittelprüfungen und Forschung kontinuierlich zugenommen. Heute sind wir bei über 8'000 Einzelmitteln angelangt. Um eine sanfte und tiefgreifende Wirkung zu erzielen, muss das Mittel der Persönlichkeit des Patienten in all ihren Aspekten (Körper, Geist und Seele sowie Emotionen) so ähnlich wie möglich sein. Nur so kann eine dauerhafte Heilung erzielt werden.


Wie ist das bei der grossen Anzahl der Mittel möglich? Anhand des Studiums von geheilten Fällen wurde in den letzten Jahrzehnten von Homöopathen in allen Teilen der Welt untersucht, ob Mittel einer bestimmten biologischen Gruppe Gemeinsamkeiten zeigen. Diese Frage kann heute klar mit Ja beantwortet werden. Und die Übereinstimmungen betreffen nicht nur die körperlichen Symptome. Auch die Reaktion der Patientinnen und Patienten auf ihre Symptome und der Umgang mit ihrer Krankheit und mit alltäglichen Situationen weisen Parallelen auf.


Es würde diesen Artikel sprengen, über alle aus dem Meeresbereich stammenden Mittel zu sprechen: Wasser, Fische und die wirbellosen Tiere. Ich konzentriere mich hier auf die letzte Gruppe, zu der Mittel aus Schwämmen, Korallen, Quallen, Muscheln und Tintenfische gehören.


Das Wasser, Lebensraum dieser Mittel, gilt in den meisten Kulturen als Symbol für die Gefühlswelt. Wenig überraschend zeigt sich, dass Menschen, die diese Mittel benötigen emotional einerseits sehr offen, gleichzeitig aber auch sehr verletzlich sein können. Der fehlende Schutz wird oft gespürt und manchmal direkt angesprochen. Sie reagieren empfindlich auf äussere Einflüsse wie Lärm, Berührung, Licht, Wetterumschwünge, aber auch auf das Verhalten anderer Menschen und sind auf Kontinuität angewiesen. So kann z.B. bei Kindern der Eintritt in den Kindergarten oder die Schule schwierig sein. Sie klammern sich an die Mutter, fühlen sich verlassen, sobald sie diese nicht mehr sehen. Ihre Reaktionen erscheinen uns oft übertrieben. Nicht wenige von ihnen verschliessen sich in der neuen Umgebung erst einmal und lassen niemanden an sich heran. Sie können auch wütend und gereizt werden, sobald jemand zu nahekommt. Dies geschieht ohne Nachzudenken, eine automatische Reaktion die ihrer Empfindsamkeit entspringt. Bei Erwachsenen ist dieser Konflikt zwischen dem Bedürfnis nach Schutz und Unterstützung und dem Verlangen nach Freiheit und Unabhängigkeit oft ein schwieriger Spagat. So können sie sich in Beziehungen schnell bedrängt und unwohl fühlen, obwohl sie sich gleichzeitig sehr danach sehnen. Quälenden Gedanken, Ängste und Panikattacken treten in jeder Altersgruppe auf.


Körperlich sind je nach Mittel sehr unterschiedlich Symptome zu finden, von Husten, Hautausschlägen über Menstruationsprobleme bis zu krampfartigen Schmerzen an den unterschiedlichsten Stellen. Hier muss auf die verschiedenen Untergruppen und Einzelmittel eingegangen werden.


So finden wir bei den Personen, die Mittel aus der Gruppe der Muscheln brauchen, gehäuft nesselartige Hautausschläge und Allergien sowie eine Unverträglichkeit von Milch und Milchprodukten.


Das bekannteste Mittel der Kopffüssler ist mit Sicherheit Sepia, der Tintenfisch, ein grosses «Frauenmittel» mit vielen Beschwerden rund um die Menstruation: Krämpfe, Schmerzen, die sich nach unten erstrecken, und das Gefühl, als ob die Organe nach unten aus dem Becken fallen, Kopfschmerzen oder Migräne, Putz-Wut, Reizbarkeit oder Gleichgültigkeit gegenüber den am meisten geliebten Menschen. All dies verschlimmert sich vor der Blutung. Frauen die dieses Mittel brauchen, wissen, was sie wollen, und verfolgen ihre Ziele auch. Schwierig wird es, wenn sie das Gefühl haben, zu viele Dinge tun zu müssen, die ihnen nicht entsprechen. Und sei es nur, weil sie sich zwischen Haushalt, Kinder und Beruf aufreiben und erschöpfen. Gute Heilungsprozesse habe ich immer dann beobachtet, wenn die Frau gleichzeitig mit den verringerten körperlichen Beschwerden wieder in der Lage war, sich Raum für ihre eigenen Bedürfnisse zuzugestehen.


Tiefgehende Heilung beinhaltet weit mehr als das Verschwinden von Symptomen. Während die aktuellen Corona-Massnahmen jenen Menschen, welche Mittel aus dem Bereich der wirbellosen Tiere brauchen, insofern entgegenkommen, weildie Distanzen besser gewahrt werden, können sie andererseits auch viele Ängste wecken und das Gefühl der Isolation weiter verstärken. Das grösste Geschenk für mich als Homöopathin ist, wenn ich sehe, dass der Menschen, der mir gegenübersitzt, wieder aufblüht und sein Potenzial leben kann, voller Energie, mit gestärktem Selbstvertrauen und in gestärkter körperlicher Verfassung. Wenn sie oder er freudig mit dem Fluss des Lebens schwimmt ohne Angst, in die Tiefe gezogen zu werden.


«Du bist kein Tropfen im Meer, du bist ein gesamter Ozean in einem Tropfen»

Rumi

  • Angela Gehrig-Weuste

Aktualisiert: 4. Jan.


Aktuell wirbt der Bundesrat dafür, dass wir alle zusammen mithelfen, die COVID-19 Ansteckungszahlen wieder herunterzubringen. Wir sollen alle miteinander das tun, was uns möglich ist, damit die Spitäler und Intensivstationen nicht überlastet werden und alle Patienten – egal ob mit COVID-19 Symptomen oder anderen heftigen Gesundheitsproblemen – medizinisch gut versorgt werden können. Miteinander! Das war auch das Schlagwort, als die Bevölkerung 2009 die Initiative «Zukunft mit Komplementärmedizin» mit 67% angenommen hat und damit bekräftigte, dass sie eine Schweiz mit einer umfassenden und ganzheitlichen medizinischen Versorgung möchte, in der die Komplementärmedizin ihren Platz hat und mit zum Behandlungsangebot gehört. Die Schweiz ist individuell. Sie ist schon immer ihren eigenen Weg gegangen, und Aufrufe zur Solidarität haben in den vergangenen 100 Jahren zu beeindruckenden Resultaten geführt. Jeder und jede soll tun, was er und sie kann, und damit mithelfen, ein Problem zu bewältigen. Was kann die Komplementärmedizin tun? Wir Naturheilpraktikerinnen und Naturheilkpraktiker mit Zusatzausbildung in Homöopathie haben wirksame Mittel gegen Reizhusten ebenso wie gegen die bleierne Müdigkeit während und nach einer Infektion, und tatsächlich gibt es in der Homöopathie auch zahlreiche Mittel, um den Geruchs- und Geschmacksverlust, der manche COVID-19 Patienten noch lange belastet, ausheilen zu lassen. Selbstverständlich kennen wir unsere Grenzen, und selbstverständlich sind wir in der Lage, mit Ärztinnen, Ärzten oder einem Spital zusammenzuarbeiten; miteinander, um das Beste für die Schweiz und ihre Bevölkerung zu erreichen. 11. November 2020/Beatrice Soldat


#Homöopathie für Erwachsene und Kinder#


  • Angela Gehrig-Weuste

Aktualisiert: 4. Jan.


Wenn wir eines verlernt haben in den letzten 50 Jahren, dann ist es die Auseinandersetzung mit Infektionskrankheiten. Gegen Viren gab es Impfungen und Bakterien hat man mit Antibiotika den Garaus gemacht. Wer sich dann immer noch krank gefühlt hat, konnte auf Schmerzmittel zurückgreifen, die gleichzeitig auch Fieber senken.

Und nun hat sich Anfang Jahr ein neu formiertes Virus von China aus auf Weltreise begeben und scheint nicht so schnell wieder von der Bildfläche verschwinden zu wollen. Jedenfalls hat es den Lockdown unbeschadet überstanden und nimmt offenbar gerade einen neuen Anlauf, um möglichst viele zu infizieren. Es hat nicht nur das Gesundheitswesen unvorbereitet getroffen, sondern auch uns.

Was uns bei diesem neuen Virus so verunsichert, ist sein Krankheitspotential: Gehört man noch zu den Jungen, die allenfalls mit etwas Husten und Fieber rechnen müssen, oder schon zu den «Älteren», die vielleicht schwer erkranken?

Sollen wir jetzt auf die Impfung warten wie Kinder aufs Christkind? Und was machen wir bis dahin? Uns im Bett verstecken, Freunden nur noch von weitem zuwinken oder gibt’s noch bessere Ideen?

Man könnte Shakespeares Ausspruch von Richard dem III., der sein Königreich für ein Pferd hergeben wollte, abwandeln in: Ein Königreich für ein gut funktionierendes Immunsystem! Denn das Immunsystem, unser körpereigenes Bollwerk gegen jegliche Erreger, enthält sowohl Zellen, die eindringende Viren fressen, als auch Zellen, die passgenaue Antikörper herstellen und damit innerhalb kurzer Zeit eine Menge Erreger vernichten können. Das Immunsystem kann das grundsätzlich mit jedem Erreger, egal wie neu und unbekannt er ist. Es muss nur wach und aktiv sein und Freund von Feind unterscheiden können, das ist die Voraussetzung.

Kinder scheinen gegen COVID-19 gut gewappnet zu sein, denn sie setzen sich dauernd mit Coronaviren auseinander, sei es in Form von Magen-Darm-Viren, sei es als Schnupfenviren. Und im Zug dieser Virenbekämpfung wird offenbar auch COVID-19 eliminiert. Man nennt das auch Kreuzimmunität. Kinder schlucken aber auch nicht gleich Aspirin oder Paracetamol, wenn sie Schmerzen haben oder verschnupft sind, und ermöglichen deshalb ihrem Immunsystem ein ungestörtes Training. Und sie werden von uns abends ins Bett gesteckt, ob sie wollen oder nicht. Wir achten auf ihre Ernährung und sie bewegen sich häufiger an der frischen Luft als wir.

Sie halten die fünf goldenen Regeln des Gesundseins – die Hippokrates zugeschrieben werden – eher ein als wir Erwachsenen:

  1. genügend Licht und frische Luft

  2. ausgewogene und vollwertige Nahrung

  3. Bewegung und Ruhe im Wechsel

  4. Harmonie zwischen Schlaf und Wachsein

  5. Seelischer Gleichmut

Natürlich kann man aber auch mit der Einhaltung dieser Regeln nicht jede Krankheit vermeiden. Und wenn trotzdem eine Krankheit auftritt, die mit Fieber einhergeht, dann bitte das Fieber nicht senken!

Das Fieber ist nicht die Krankheit! Im Gegenteil, Fieber erschwert es dem Erreger sich zu vermehren und hilft damit dem Immunsystem, die Oberhand zu gewinnen. Tee, wärmende oder kühlende Umschläge je nach Bedarf, leicht verdauliche Speisen – wie die bekannte Hühnersuppe – und Ruhe helfen mit, die Krankheit zu bewältigen. Wir Homöopathinnen und Homöopathen empfehlen – nebst diesen allgemeinen Tipps – individuell für den Patienten ausgewählte Heilmittel, welche die Beschwerden lindern. Wenn die Krankheit so heftig verläuft, dass eine medizinische Intervention notwendig ist, dann kann trotzdem parallel noch homöopathisch begleitet und unterstützt werden. Vor allem aber ist bei uns auch «ein Kraut gewachsen» gegen die nach Infektionskrankheiten auftretenden Folgebeschwerden wie Schwäche, Reizhusten oder Schlafstörungen.

Homöopathische Mittel unterstützen das Immunsystem bei seiner Arbeit und helfen so mit, auch zukünftige Erkrankungen besser überstehen zu können.

Die Mitglieder des Homöopathie-Verband Schweiz HVS haben alle mehrjährige Ausbildungen sowohl in den medizinischen Grundlagen als auch in Homöopathie.

In einer Zeit, in der gegen einen Erreger nur wenig wirksame Medikamente zur Verfügung stehen, könnte es eine gute Idee sein, der Homöopathie eine Chance zu geben. Sie hat über 200 Jahre Erfahrung in der Behandlung von Infektionskrankheiten.


27. Oktober 2020 / Beatrice Soldat - HVS (Homöopathie Verband Schweiz)


# Homöopathie für Erwachsene und Kinder #